Vollkommen
Unwillkommen
Sie leben illegal auf der Strasse, werden von der Migrationspolizei gejagt und laufen ständig Gefahr, an die haitianische Grenze zurückgeschoben zu werden, wo Bandengewalt erneut auf sie wartet. So geraten sie zwischen alle Systeme: In Haiti nicht geschützt, in der Dominikanischen Republik nicht willkommen.



Diese Bilder zeigen, warum viele Jugendliche Haiti verlassen. Hunger, Gewalt und die Angst vor Zwangsrekrutierung treiben sie fort. Viele legen weite Strecken zu Fuss zurück und suchen in der Dominikanischen Republik Schutz. Doch auch dort sind sie oft nicht sicher: Ohne Papiere werden sie kontrolliert, festgenommen oder nach Haiti zurückgeschoben.
Mehr zur politischen Situation in Haiti und der Domnikanischen Republik
Die politischen Ausgangslagen in Haiti und in der Dominikanischen Republik sind sehr unterschiedlich. Haiti ist seit Jahren von politischer Instabilität, bewaffneter Gewalt, Vertreibung und dem Zusammenbruch wichtiger staatlicher Schutzstrukturen geprägt. In der Dominikanischen Republik ist der Staat deutlich stabiler, doch gerade haitianische Migrantinnen, Migranten und ihre Kinder leben dort oft unter rechtlicher Unsicherheit, sozialer Ausgrenzung und einem restriktiven Migrationsregime. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf Kinder und Jugendliche aus: In Haiti verlieren viele durch Gewalt und Zusammenbruch ihren Schutzraum, in der Dominikanischen Republik geraten viele durch fehlende Papiere, Abschiebungsdruck und Ausschluss an den Rand der Gesellschaft.
Ein Alltag
ohne Boden
Wenn Schule, Schutz und Begleitung fehlen, wird schon der Alltag zum Überlebenskampf. In Boca Chica schlafen geflüchtete Jugendliche auf dem Trottoir, unter Autos, in Parks oder in einem Autowrack, immer in der Angst, entdeckt und abgeschoben zu werden. Tagsüber suchen sie nach kleinen Gelegenheiten, um etwas Geld oder Essen aufzutreiben. Was fehlt, ist nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern jede Form von Verlässlichkeit: ein sicherer Ort, regelmässige Mahlzeiten, Unterricht, medizinische Hilfe und Erwachsene, die hinschauen und dableiben. So wächst ein Alltag heran, in dem fast nichts trägt und fast alles provisorisch ist.







