

Neueröffnung des REFUGiOs für haitianische Strassenkinder
Wir holen die Jungs von der Strasse, geben ihnen ein würdiges Zuhause und ermöglichen Schulbildung.
Nachdem wir einsehen mussten, dass eine Repatriierung der haitianischen Kinder und Jugendlichen, die vor Bandengewalt und Hunger in die Dominikanische Republik geflüchtet waren mit enormen Kosten verbunden ist, ging es darum eine Lösung vor Ort in Boca Chica zu finden. In einem etwas abgelegeneren Stadtteil konnten wir zwei Häuser, um einen Innenhof mieten.
Dies wurde dank der Zusammenarbeit mit Thomas Pique, einem französischen Soziologen, der sich seit mehr als einem Jahr vor Ort um die Jugendlichen kümmert, möglich. Mit bewundernswertem Engagement und auf eigene Kosten, hat Thomas Pique für drei der Jungs ein kleines Zimmer gemietet und in einer Art Prototyp ein Betreuungsmodell erprobt.
Dank einer speziellen Regelung für minderjährige Jugendliche, gelang es ihm sogar, die drei Jugendlichen, trotz fehlender Aufenthaltsbewilligung, einzuschulen. Nun lernen sie Lesen, Schreiben und Rechnen, Kompetenzen, die fast keines der Strassenkinder beherrscht.
In gemeinsamen Gesprächen wurde klar, dass wir die gleichen Ziele verfolgen und auch die gleichen Wertehaltungen teilen. Eine Zusammenarbeit drängte sich geradezu auf. Der Besitzer des ersten kleinen Häuschens, in dem die drei ersten Jungs hausten, bot uns an, die danebenliegende grosse Liegenschaft zu mieten. So entstand Platz für 9 Jugendliche. Inzwischen sind alle neun Jugendlichen eingeschult.




In den zurückliegenden Wochen konnte das Zentrum eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Ein Eindruck dieser intensiven Tage gibt dieses kurze Video:
Der Clip wurde von Schnaider Lubin zusammengestellt. Polo, wie er sich nennt, ist seit Jahren einer unserer haitianischen Bezugspersonen in der dominikanischen Republik und half während der zurückliegenden Reisen bei den Treffen mit den haitianischen Strassenjugendlichen. Er ist ausserordentlich gut ausgebildet, spricht perfekt Kreol und Französisch, sowie Spanisch und er ist bei der Betreuung der haitianischen Jugendlichen eine unschätzbare Hilfe, da er ihre Kultur und Sozialisation bestens kennt.
Polo ist die ideale Entlastung für Thomas Pique und eine notwendige Verstärkung bei der Betreuung der neun Jugendlichen, umso mehr, als sich die Beiden ausgezeichnet verstehen.

Polo hilft Louvensky im Zentrum bei den Hausaufgaben.
Das Ziel des Projektes REFUGIO (Zuflucht) lässt sich mit zwei Bildern aufzeigen:


Wir holen die Jungs von der Strasse, geben ihnen ein würdiges Zuhause und ermöglichen ihnen Schulbildung.

Die Jugendlichen erleben zum ersten Mal Zuwendung: Thomas und Jonny beim Schachspiel.

Gemeinsame Mahlzeiten am Tisch: eine völlig neue Erfahrung für die Jungs.

Solche Schicksale soll es immer weniger geben.

Oft schlafen die Jungs völlig erschöpft auf dem Trottoir…

oder in einem Autowrack.

Auch das ist eine traurige Realität: Es kommt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen auf der Strasse…

Ado, der Jugendliche auf den Fotos, der von Polo gepflegt wird, wurde am Auge durch einen Steinwurf massiv verletzt. Wir brachten ihn ins Spital, wo er verarztet wurde.

Das Team von REFUGIO: Thomas Pique und Polo Schnaider Lubin

Unsere «Familie» in Boca Chica



